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Ardeche 2010

SCOUT- Ardeche - Kanutour - Tourenbericht

Götzis, 10. Juni 2010

Kanufahrt auf der Ardeche/FrankreichArdeche 3. 6. - 7. 6. 2010Früh morgens starten wir in Götzis, unser Ziel in ca. 700km Entfernung: Südfrankreich, Ardeche, westlich im Rhonetal, Vallon Pont d’Arc. Wir - sind nur vier. Martin ist bereits am Vortag mit seiner BMW gestartet – was von Vorteil ist, wenn für den Transfer 2 Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Damit bot sich für Karl Heinz noch eine zusätzliche Heraus-forderung: nach über 30 Jahren wieder auf einem Bike, auch noch als Sozius! Aber auch da zeigte sich K.H. mit vollem Einsatz und scheute weder Strapazen oder gar Ängste für seine Mannschaft.Ab Genf zeigte sich etwas Blau am Himmel und fortan waren wir in Richtung Sonne unterwegs. Richtung Lyon, über Valence zeigte uns die Landschaft weite Hochebenen und bewaldete Hügel. Nur Kenner wussten, dass sich bei St. Martin d’Ardeche ein Naturschutzgebiet öffnen wird, mit sensationellen Felsformationen, einem Fluss, welcher sich in Serpentinen seinen Weg sucht und somit für bizarre Fluss- und Felslandschaften sorgt, die wohl in Mitteleuropa als einzigartig gelten. Entlang der Uferstrasse erhielten wir Einblicke auf die atem-beraubende Schluchtkulisse. Mehrere hundert Meter hohe, senkrechte Kalkfelsen, Buchten und Kiesbetten. Raubvögel, welche sich von den Aufwinden der Schlucht tragen ließen. Atemberaubend auch der Blick auf den Pont d’Arc, ein 60m hoher Natursteinbogen. Bevölkert von Unmengen an Mauerseglern. Bei Vallon Pont Arc – ca. 30km davon entfernt, bauten wir unsere Zelte am Camping l’Rubine auf. Ein Campingplatz mit 4 Sterneniveau, empfehlenswerter Küche, richtigem Getränkesortiment und charmantem Personal.Ausklingen ließen wir unseren 1. Tag bei den Zelten, direkt am Fluss. Durch Wehre aufgestaut ist er an dieser Stelle sehr ruhig. Und wir hatten Gelegenheit, in aller Beschaulichkeit aus der ersten Reihe, Kanuten zu zuschauen, welche ihr Glück an den Kanurutschen versuchten. Auch Kraniche, Reiher und sogar einen Seeadler konnten wir beobachten. Am 2. Tag organisierten Karl Heinz und Martin den Transfer und wir konnten direkt vom Zeltplatz, mit Flusskarten ausgerüstet, starten. Unser Ziel: das ca.35 km entfernte St. Martin l’Ardeche. Begleitet von strahlend blauem Himmel und Hochsommertemperaturen. Auch die angenehme Wassertemperatur wussten wir zu schätzen! Alle 5! 1x! Gehört aber an der Ardeche dazu! Behaupte ich!!!!!!!Sehr kurze, gut befahrbare Wildwasserstrecken (scho a Herausforderung für Ungeübte – aber es kann echt nit viel passiera!), im Wechsel mit langen, ruhigen Flusspassagen ließen uns die wunderbare Landschaft genießen. Immer höher werdende Felswände aus hellem Kalkstein, ausgeschwemmte Höhlen, klares Wasser mit großem Fischbestand – von Beate gesichtete Flusskarpfen! – faszinierten uns. Beeindruckend auch unser Kamerateam mit ihrem Fleiß und Eifer und dem wohl angeborenen Instinkt, allzeit bereit zu sein. Erich und Karl Heinz – einer war immer am Drücker! Und so ist herrliches Bildmaterial entstanden. Ein wohl einzigartiges Schauspiel ist hier auch zu finden, in bezug auf Massentourismus. Hunderte von Kunststoffbooten werden an unternehmungslustige Ausflügler vermietet. Schwimmwesten, zum Teil Helme, kleine Einführung – ab und viel Spaß. Und der ist garantiert! Wenn an den exponierten Stellen die Zögerlichen mit den Draufgängern zusammentreffen, und alle flussabwärts unterwegs sind, so bietet sich sehr viel Unterhaltungswert. Die WWpassagen sind nur sehr kurz, dann kommt wieder ganz ruhiges Wasser, es bleibt kaum Zeit für den Schreck, dann ist auch schon wieder alles vorbei. Aber verrückt wirkte es schon auf uns, Disneyland! Zumal durch das Spektakel wenig Ruhe für den Einklang mit der Natur bleibt. Aber lachen tut auch gut.Einen Höhepunkt bildet die Fahrt auf den Pont Arc zu. Eine anspruchsvolle WWpassage vorab und anschließend ein sensationeller Blick auf diesen 60m hohen Natursteinbogen. Darunter durchgleiten, ausgewaschene Höhlen, Massen an Mauerseglern und durch eine Kehre plötzlich entstehende Ruhe, beinahe Stille. Im weiteren Flussverlauf sind deutlich weniger Menschen unterwegs – und man beginnt die Ruhe in vollen Zügen zu genießen. Ein im Wasser gesehenes Nagetier gab vorerst Rätsel auf – Biber? Hier? Weiter abwärts löste ein von Biberbiss gefällter Baum das Rätsel. Mit geschultem Blick fand unser Oberscout auch Äste mit Biberverbiss. Im weiteren Verlauf bestaunten wir auch „le Cathedrale“, eine Felsformation, welche in mehreren spitzen Türmen in den Himmel ragt, und ihre Wirkung durch Spiegelung im ruhigen, klaren Wasser verstärkt. Kurz davor war ein Nudistencampingplatz ausgeschildert, bedauerlicherweise war er äußert spärlich besucht.Die letzten Kilometer sind im Wasserverlauf sehr, sehr ruhig. Alle waren wir froh, dass am frühen Abend die typischen Winde, wie Kenner berichteten, die hier sonst vom Tal flussaufwärts für Gegenwind sorgen sich gegen Abend legten.Gegen 21:00 endete unsere ca.35km lang Tour in St. Martin l’Ardeche. Müde, aber glücklich durch diesen aufregend schönen Tag, genießen wir die Abendstunden vor den Zelten und haben viel zu erzählen und viel zu lachen über das Erlebte.Tag 3 hatte das Motto Beschaulichkeit. Ausgiebiges Ruhen und Ratschen, bis hin zum Faulenzen. Die geplante Tour entlang des Oberlaufs konnten wir nicht fahren, die Anfahrt über St. Mari in Richtung Ruoms zeigte den niedrigen Wasserstand. Gemütliches Paddeln, einüben neuer Paddelschläge befriedigten uns zur Gänze. Zu heiß zum Wandern, keine Lust auf Grotten, später mal in’s Städtchen schlendern. So war der Plan. Jedoch die Entscheidung, auf ein kühles Blondes am Campingplatz, führten zu einem neuen Plan! Schlemmermenüs – mit Hilfe von Beates raffinierter Übersetzungsliste, feine Flaschenweine zu Tisch, fröhliche Gemütlichkeit wurden einstimmig angenommen und „spazieren gehen“ wurde verworfen .An Tag 4 fuhren wir mit der Ausrüstung bis ca. 6km vor den Pont Arc. Nochmals ein letzter Transfer und Martin verabschiedete sich, da er sich gemütlich auf den Heimweg machte – über Italien, und ritt nochmals 1000km auf 2 Tage wie bei seiner Anreise. Wir paddelten gemütlich, mit Zeit für Fotos, Zeit für meine unfreiwillige Schwimmeinlage und mit viel Zeit am Pont Arc fürs Baden, lachen, Männerkämpfe gegen die Strömung, und Zeit für Karl Heinz seine Schwimmweste auf deren Tauglichkeit zu überprüfen und seine neue Kamera für Unterwasseraufnahmen zu testen. Nochmals unter dem Natursteinbogen durch und wenige Km darunter beendeten wir die Tour am Camping du Midi – welcher einen guten Zugang zur Strasse hat und wir ohne große Anstrengung auswassern konnten.Auch für die Besichtigung des Städtchens Vallon Pont d’Arc, aus dem 15. Jhdt., mediterran wirkend, mit Steinmauern gebauten Häusern und schmalen Gassen blieb genügend Zeit und Energie. Vom Kirchplatz gab es noch einen Blick ins weite, fruchtbare Rhonetal.Am 5. Tag brachte uns Karl Heinz wieder sicher und wohlbehalten nach Hause, und traditionell wurde die Tour mit einem Hock in Mäder beendet.Eine Kanutour, von welcher ich viele Eindrücke mitnehmen konnte und mich mit Freude daran erinnern werde. Die gute Stimmung und das schöne Miteinander tragen dazu bei.Ein herzliches danke an alle für diese tollen Tage.Monika

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